COVID-19

Aktuelles und Wichtiges zum Coronavirus für Arbeitgeber

30. April 2020

Unterstützungsmaßnahmen im Überblick

Die Bundesregierung hat zahlreiche weitreichende Regelungen ergriffen um die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie einzudämmen. Durch die Maßnahmen soll vermieden werden, dass deutsche Unternehmen in Existenznot geraten und Arbeitsplätze verloren gehen. Verschaffen Sie sich den schnellen Überblick hier.

KfW-Schnellkredite für den Mittelstand

Die staatliche KfW-Bankengruppe stellt kleinen und mittelständischen Unternehmen Schnellkredite bereit. Der Staat übernimt dabei 100% der Kreditrisiken und verlängert die Laufzeiten auf 10 Jahre. 

Sie erhalten Zugang zu den Krediten über die eigene Hausbank.

Finden Sie weitere Informationen über den KfW-Schnellkredit für den Mittelstand.

Schutzschirm für die Wirtschaft

Soforthilfen werden kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Milliarden Euro angeboten - und zwar auch mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Unter bestimmten Voraussetzungen werden Unternehmen und Start-Ups Unterstützung durch Garantien und Eigenkapitalthilfen in Höhe von bis zu 600 Milliarden Euro angeboten.

Direktzuschüsse für Kleinunternehmer

Kleinunternehmern werden Direktzuschüsse in Form von Einmalzahlungen für 3 Monate angeboten:

  • bis 9.000 Euro bei bis zu 5 Beschäftigen
  • bis 15.000 Euro bei bis zu 10 Beschäftigten

Bei welcher Bewilligungsstelle Sie Ihren Zuschuss beantragen können, erfahren Sie beim Wirtschaftsministerium Ihres Bundeslandes.

Unterstützungspaket für Start-Ups

Die Wagniskapitalfinanzierung für Start-Ups, junge Technologieunternehmen und kleine Mittelständler wird um 2 Millionen Euro erweitert. 

Das Hilfspaket ergänzt die bestehenden Unterstützungsprogramme um Maßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse von Start-Ups zugeschnitten sind, unter anderem zusätzliche Mittel für öffentliche Wagniskapitalinvestoren und Erleichterungen bei der Finanzierung.

Steuerliche Hilfen

Die ganze oder teilweise Stundung einer Steuerschuld kann beim Finanzamt beantragt werden. Außerdem können Steuervorauszahlungen angepasst und auf Vollstreckungsmaßnahmen kann verzichtet werden.

 

Wichtig: Nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die einzelnen Bundesländer und die Europäische Union bieten verschiedene Förderprogramme an. Finden Sie hier das aktuelle Förderangebot im Überblick. 

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Corona-Pandemie

  • Mein Mitarbeiter hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Wer zahlt das Arbeitsentgelt?

    Für Mitarbeiter, die am Corona-Virus erkranken, gilt die Entgeltfortzahlung nach den allgemeinen Regeln. Das heißt, dass der erkrankte Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat.

    Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet das Arbeitsentgelt für sechs Wochen fortzuzahlen. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

    Das Arbeitsentgelt, das Sie sechs Wochen zahlen müssen, wird von der Krankenkasse erstattet, wenn Sie als Arbeitgeber regelmäßig nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigen. Der Erstattungssatz richtet sich nach der Satzung der jeweiligen Ortskrankenkasse.

  • Muss ich meinen Mitarbeitern weiterhin Gehalt zahlen, wenn ich den Betrieb schließen muss?

    Wenn Sie den Betrieb aus Gründen des Infektionsschutzes schließen müssen, tragen Sie als Arbeitgeber grundsätzlich das Betriebsrisiko und müssen Ihren Mitarbeitern weiterhin Gehalt bezahlen.

    Auch wenn Sie den Betrieb freiwillig schließen, haben Ihre Mitarbeiter Anspruch auf Vergütung.

    Bei einer epidemiebedingten Schließung kann meistens Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen werden.

  • Wer zahlt das Arbeitsentgelt, wenn die Behörden einen Mitarbeiter unter Quarantäne stellt?

    Als Arbeitgeber sind Sie zunächst verpflichtet das Arbeitsentgelt zu zahlen.

    Wenn der Anspruch durch den Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen ist, wird eine Entschädigung entsprechend dem ausgefallenen Arbeitsentgelt fällig, die für maximal sechs Wochen durch den Arbeitgeber ausgezahlt wird. Danach leistet das Gesundheitsamt die Entschädigung in Höhe des Krankengelds und erstattet den Arbeitgeberaufwand. Stellen Sie innerhalb von drei Monaten nach Einstellung der Tätigkeit einen entsprechenden Antrag beim Bundesland.

  • Wann, wie und wo kann ich für meine Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen?

    Wenn aufgrund wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, können Sie Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent Ihrer Mitarbeiter vom Arbeitsausfall betroffen sind. Die Regelung wird rückwirkend zum 1. März 2020 wirksam und ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

    Sie müssen den Arbeitsausfall bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Danach können Sie den Leistungsantrag stellen. Nutzen Sie dazu die entsprechenden Vordrucke.

    Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen. Die Sozialversicherungsbeiträge, die Sie als Arbeitgeber für Ihre Mitarbeiter zahlen müssen, erstattet die Bundesagentur für Arbeit in voller Höhe.

  • Welche Pflichten habe ich als Arbeitgeber in Corona-Zeiten?

    Als Arbeitgeber müssen Sie im Rahmen der Fürsorgepflicht Risiken minimieren und Ihre Mitarbeiter über Risiken aufklären. Eine gute Übersicht dazu liefert die Übersicht des Robert Koch Instituts.

    Auch müssen Sie dafür sorgen, dass ein gefahrloses Arbeiten möglich ist und dass das Infektionsrisiko minimiert wird, etwa dadurch, dass Sie Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen.

  • Gibt es für mich als selbständigen Unternehmer Entschädigung bei Quarantäne?

    Wenn Sie als selbständiger Unternehmen unter Quarantäne gestellt werden, erhalten Sie Zahlungen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes. Übernommen werden Entschädigungszahlungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Einkommens aus dem letzten Jahr. Darüber hinaus können Betriebsausgaben wie die Miete für Praxen oder Büroräume in angemessener Höhe erstattet werden.

    Erfahren Sie hier, welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist.

  • Wo liegt das Risiko, wenn ich als selbständiger Unternehmer kein Geld verdiene?

    Das Risiko eines Verdienstausfalls liegt normalerweise immer beim Selbständigen. Wenn die Aufträge und Einnahmen wegbleiben, tragen Sie als selbständiger Unternehmer grundsätzlich das Risiko selbst.

    Wenn Sie bereits Verträge abgeschlossen haben, die durch Ihre Vertragspartner wegen Corona gekündigt werden, müssen Sie sich die jeweils abgeschlossenen Verträge dahingehend überprüfen, ob zum Beispiel ein Rücktrittsrecht und welche Kündigungsfristen vereinbart wurden und ob Sie bei Kündigung durch den Vertragspartner Schadensersatz geltend machen können.

  • Welche Fragen darf ich meinen Mitarbeitern stellen?

    Darf ich die Handynummer meiner Mitarbeiter verlangen?

    Die Teilnahme an einem innerbetrieblichen Kommunikationsnetzwerk in Verbindung mit Home Office ist freiwillig und der Mitarbeiter kann nicht gegen seinen Willen gezwungen werden sich mit seiner Nummer zu registrieren.

    Darf ich meinen Mitarbeitern fragen, wo sie im Urlaub waren?

    Ja, weil Sie in der aktuellen Situation an Ihre Fürsorgepflicht gegenüber allen Mitarbeitern denken müssen, darf jetzt abgefragt und gespeichert werden, ob sich Ihre Mitarbeiter in einem Gebiet aufgehalten haben, das vom Robert Koch Institut als Risikogebiet eingestuft wurde.

    Darf ich meinen Mitarbeitern fragen, mit wem sie Kontakt haben?

    Erlaubt ist zurzeit die Frage, ob der Mitarbeiter zu einer infizierten Person Kontakt hatte. Gegebenenfalls müssen Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass die übrigen Mitarbeiter sich nicht beim betreffenden Mitarbeiter anstecken können.

    Darf ich anderen mitteilen, dass ein Mitarbeiter COVID-19 hat?

    Wenn dies möglich ist, sollten Sie als Arbeitgeber auf die namentliche Nennung eines Erkrankten verzichten oder die Gesundheitsbehörden um Unterstützung bitten.

    Darf ich die Gesundheitsbehörden über Corona-Fälle, Corona-Kontakte oder Reisen in Risikogebiete informieren?

    In der Regel wird durch die Bundesländer oder die örtlichen Behörden über eine solche Meldepflicht entschieden.

  • Darf ich Überstunden oder das Abfeiern von Überstunden anordnen?

    Ja, grundsätzlich dürfen Sie als Arbeitgeber in Notsituationen Überstunden anordnen. 

    Inwieweit Sie anordnen können, dass Mitarbeiter, die nachhause geschickt sind, Überstunden abfeiern, hängt jedoch von den Bestimmungen im Arbeits- oder Tarifvertrag ab.

    Wenn dort geregelt ist, dass Überstunden zu vergüten sind und kein Freizeitausgleich erfolgt, können Sie auch während der Corona-Krise keinen Freizeitausgleich anordnen und Sie müssen auch dann Gehalt zahlen, wenn die Mitarbeiter nicht am Arbeitsplatz erscheinen.

    Ist im Arbeits- oder Tarifvertrag ein Freizeitausgleich vorgesehen, kommt es ebenfalls darauf an, ob Sie auch die zeitliche Lage des Ausgleichs bestimmen dürfen. Wenn dies in den Händen des Mitarbeiters liegt, entscheidet er selbst, wann und ob er Freizeit nehmen möchte.

    Sieht der Arbeits- oder Tarifvertrag beide Möglichkeiten vor (Bezahlung oder Freizeitausgleich), dürfen Sie als Arbeitgeber zwischen den beiden Fällen wählen.

  • Darf ich Mitarbeiter wegen Corona kündigen?

    Grundsätzlich gilt auch während der Corona-Krise der gewöhnliche Kündigungsschutz. Eine fristlose Kündigung wegen Corona ist in der Regel nicht möglich.

    Eine betriebsbedingte Kündigung wegen Corona unter Einhaltung der Bestimmungen zum Kündigungsschutz ist nur dann möglich, wenn eine eigentliche Existenzgefährdung droht oder - wenn die Stelle des Mitarbeiters wegfällt - der Betroffene nirgends anders im Betrieb eingesetzt werden kann.

    In Kleinbetrieben und während der Probezeit ist das Kündigungsgesetz nicht anwendbar und Sie sind als Arbeitgeber recht frei in Ihrer Entscheidung, ob Sie kündigen.

Wir sind im Home Office für Sie da

Wir arbeiten im Home Office - aber sind wie gewohnt weiterhin für Sie da.

Wir folgen den Bestimmungen und Empfehlungen der Regierung zur Eindämmung des Corona-Virus und befinden uns derzeit im Home Office.

Für Sie als Kunden ändert sich dadurch nichts. Wir sind wie immer für Sie da und beantworten weiterhin Ihre Fragen in unserem kostenlosen Online-Support, wenn Sie Hilfe für Ihre Lohnabrechnung benötigen.

Weitere Informationen

ilohngehalt hilft Ihnen sich auf dem Laufenden zu halten. Sie finden hier eine Reihe von Links zu den Websites von relevanten Behörden, über die Sie sich weiter informieren und Hilfe bekommen können.

Milliarden-Hilfsprogramme für alle Unternehmen vom Bundesfinanzministerium

Informationen und Unterstützung für Unternehmen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte vom Bundesfinanzministerium

Corona-Virus in Deutschland von der Bundesregierung

Tagesaktuelle Informationen zum Corona-Virus vom Bundesgesundheitsministerium