14 Dez 2020

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Sachbezugswerte: Wenn der Arbeitgeber Kost und Unterkunft übernimmt

Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Essen und/oder Unterkunft stellt, dann kann das die Arbeitnehmer trotzdem Geld kosten – und zwar in Form von Lohnsteuern. Das Finanzamt sieht darin einen geldwerten Vorteil, der versteuert werden muss.

Immerhin muss nicht für jede Mahlzeit und jede Übernachtung ein Beleg eingereicht werden. Stattdessen kommen in der Lohn- und Gehaltsabrechnung Pauschalwerte zum Einsatz, die sogenannten Sachbezugswerte. Sie müssen für jedes Essen und für jede Übernachtung zum Bruttolohn addiert werden und erhöhen die Lohnsteuerbeträge und die Sozialversicherungsabgaben.

Die Sachbezugswerte werden jedes Jahr angepasst, sprich erhöht. Maßgeblich ist die Entwicklung des Verbraucherpreisindex. So ist es auch zum Jahreswechsel 2020/2021: Ab Januar gelten bundesweit höhere Sachbezugspauschalen.

Sachbezugswerte für Verpflegung

Der monatliche Pauschalwert für vom Arbeitgeber teilweise oder komplett übernommene Mahlzeiten steigt von 258 Euro im Jahr 2020 auf 263 Euro im Jahr 2021. Diese monatlichen Einzelwerte betragen für 2021 für Frühstück 55 Euro sowie für Mittagessen und Abendessen je 104 Euro.

Für ein einzelnes Frühstück liegt der Sachbezugswert im nächsten Jahr damit bei 1,83 Euro, für ein einzelnes Mittag- oder Abendessen sind es 3,47 Euro. Pro Kalendertag ergibt sich ein Sachbezugswert an Verpflegung von 8,77 Euro.

Für volljährige Familienangehörige werden die gleichen Sachbezugswerte angesetzt. Für minderjährige Familienangehörige liegen die Werte niedriger: für 14- bis 17jährige sind es pro Tag 7,02 Euro (80 Prozent), für 8- bis 13jährige 3,51 Euro (40 Prozent), während für Kinder bis sieben 2,63 Euro (30 Prozent) berechnet werden müssen.

Hinweise

  • Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zum täglichen Essen oder übernimmt dessen Kosten, dann gelten die Sachbezugswerte nur, wenn der Zuschuss nicht mehr ausmacht als die Kosten des Essens, der Zuschuss den Sachbezugswert maximal um 3,10 Euro übersteigt und kein arbeitsvertraglicher Anspruch auf den Zuschuss besteht.
  • Falls die Arbeitnehmer an jedem Arbeitstag zu essen bekommen, kann der geldwerte Vorteil statt mit Sachbezugswerten auch durch pauschale Lohnbesteuerung in Höhe von 25 Prozent des Werts der Mahlzeiten abgegolten werden. Der Vorteil: bei pauschaler Lohnsteuer fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Voraussetzung ist auch hier, dass die Arbeitnehmer keinen arbeitsvertraglichen Anspruch auf die Mahlzeiten haben.

Sachbezugswerte für vom Arbeitgeber bezahlte Unterkunft

Auch Übernachtungskosten müssen versteuert werden, wenn der Arbeitgeber die Rechnung übernimmt oder die Unterkunft stellt. In diesem Fall hängt der Sachbezugswert davon ab, ob der Mitarbeiter ein Einzelzimmer erhält oder in einer Unterkunft für mehrere Personen übernächtigt, sowie davon, ob es sich um einen Volljährigen oder einen Jugendlichen handelt.

Alter und Anzahl der Mitarbeiter pro Unterkunft/Zimmer

Sachbezugswert pro Monat pro Mitarbeiter

Sachbezugswert pro einzelner Nacht pro Mitarbeiter

ein volljähriger Mitarbeiter

237 Euro

7,90 Euro

zwei volljährige Mitarbeiter

142 Euro

4,74 Euro

drei volljährige Mitarbeiter

118,50 Euro

3,95 Euro

vier oder mehr volljährige Mitarbeiter

94,80 Euro

3,16 Euro

ein Jugendlicher

201,45 Euro

6,72 Euro

zwei Jugendliche

106,65 Euro

3,56 Euro

drei Jugendliche

82,95 Euro

2,77 Euro

mehr als drei Jugendliche

59,25 Euro

1,98 Euro

 

Hinweise

  • Für Mitarbeiter, die im Haushalt des Arbeitgebers oder in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, gelten niedrigere Werte.
  • Wird eine ganze Wohnung zur Verfügung gestellt, gilt die ortsübliche Vergleichsmiete als Sachbezugswert.

Sachbezugswerte in ilohngehalt berücksichtigen

In ilohngehalt werden Sachbezüge unter 'Lohnberechnung', 'Sachbezüge' eingegeben. ilohngehalt addiert die eingegebenen Werte zum Bruttobarlohn und passt Lohnsteuer sowie Sozialversicherungsbeiträge entsprechend an.

Themen

Steuer

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