17 Jan 2020

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Aushilfe einstellen? Kurzfristiger Minijob mit pauschaler Lohnsteuer spart Aufwand

Sie wollen kurzfristig zusätzliche Aushilfen einstellen, weil vorübergehend besonders viel Arbeit anfällt? Zum Beispiel, weil die umsatzstärksten Wochen der Hauptsaison bevorstehen oder weil die Inventur erledigt werden muss. Vielleicht ist auch ein Mitarbeiter für sechs Wochen zur Reha und muss solange ersetzt werden.

Für solche vorübergehenden Jobs können Sie eine Aushilfe einstellen. In bestimmten Fällen ist die Lohn- und Gehaltsabrechnung dafür besonders einfach. Natürlich müssen Sie die Aushilfe ordnungsgemäß zur Sozialversicherung anmelden (in manchen Branchen per Sofortmeldung). Und das Finanzamt will selbstverständlich Steuern.

Innerhalb bestimmter Grenzen sparen Sie sich

  • das Abführen von Sozialversicherungsbeiträgen: bei einer kurzfristigen geringfügigen Beschäftigung (auch „kurzfristiger Minijob“ genannt) fallen beim Arbeitnehmer gar keine Beiträge an. Als Arbeitgeber müssen Sie nur die Umlagen (U1, U2, Insolvenzgeldumlage) und die Unfallversicherung bezahlen.
  • die Lohnsteuer nach nach individuellen Abzugsmerkmalen: unter bestimmten Voraussetzungen können bei einer kurzfristigen Beschäftigung pauschal 25 Prozent Lohnsteuer vom Bruttolohn abgeführt werden. Dann ist der Abruf der ElStAM (elektronischen Steuerabzugsmerkmale) gar nicht erst nötig.

Falls gewünscht, können Sie als Arbeitgeber die Lohnsteuer übernehmen: der Betrag steht ja fest und ist für Sie planbar. Das kann sinnvoll sein, um durch „brutto für netto“ schnell motivierte Aushilfen zu bekommen.

Unterschiedliche - und komplizierte – Voraussetzungen für Beitragsfreiheit und Lohnsteuerpauschalierung

Leider sind die Sozialversicherungsfreiheit und die Lohnsteuerpauschalierung von jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen abhängig. Und diese Voraussetzungen sind zudem etwas komplex:

  • Für ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis in Bezug auf die Sozialversicherung dürfen Sie die Aushilfe bis zu drei Monaten oder bis zu 70 Tagen beschäftigen, je nach Wochenarbeitszeit. Sie darf aber nicht „berufsmäßig“ tätig sein, wenn sie mehr als 450 Euro pro Monat bekommt.
  • Falls der Lohn mit 25 Prozent pauschal versteuert werden soll, darf die Aushilfe nicht mehr als 18 Tage zusammenhängend arbeiten, die Aushilfseinsätze dürfen nicht wiederkehrend erfolgen, der Tageslohn darf im Durchschnitt nicht mehr als 120 Euro und der Stundenlohn maximal 15 Euro betragen. Bei unvorhersehbarem Bedarf an der Aushilfe, etwa durch Krankheit, entfällt die Tagesentgelt-Grenze.

Wenn Sie eine Aushilfskraft einstellen, müssen Sie zwar darauf achten, dass die Voraussetzungen für Pauschalsteuer und für Sozialversicherungsfreiheit erfüllt sind. Dafür ist die Berücksichtigung der Besonderheiten in der Lohn- und Gehaltsabrechnung für ilohngehalt-Nutzer ganz einfach. Wie‘s geht, lesen Sie in den ausführlichen Informationen zu  kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen unter Lohnabrechnung erklärt.

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