09 Dez 2020

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Krankenkassenwahl und Mitgliedschaftsbestätigung: ab 2021 gibt es Änderungen

Zum Jahreswechsel 2020/2021 ändern sich einige Dinge rund um die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. Auch Arbeitgeber sollten die Neuerung im Blick haben. Sie betreffen unter anderem Erleichterungen bei der Kassenwahl und Änderungen beim Austausch digitaler Meldungen.

Bislang legten neue Mitarbeiter dem Arbeitgeber zum Beginn der Beschäftigung in der Regel eine Mitgliedsbescheinigung ihrer gesetzlichen Krankenkasse auf Papier vor. Erst auf Grundlage dieser Bestätigung erfolgte dann die Meldung des neuen Arbeitnehmers zur Sozialversicherung – so sollte es zumindest sein.

Elektronische Mitgliedsbestätigung

Dieses Verfahren wird ab dem Jahreswechsel modernisiert. Der Arbeitgeber meldet ab dem 01. 01. 2021 neue Beschäftigte als Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse, die diese ihm nennen. Eine Bescheinigung der Mitgliedschaft durch die Kasse selbst ist nicht mehr erforderlich.

Die Einzugsstelle meldet dem Arbeitgeber zurück, ob die Mitgliedschaft besteht und auf welches Datum deren Beginn fällt. Besteht gemäß Rückmeldung keine Mitgliedschaft, muss die Anmeldung storniert und mit der korrekten Kassenangabe neu durchgeführt werden. Ausnahme: Bei privat krankenversicherten sowie bei familienversicherten Beschäftigten ist „Mitgliedschaft besteht nicht“ die korrekte Rückmeldung und erfordert keine Stornierung.

Es kann auch passieren, dass die Mitgliedschaft bei der genannten Kasse zwar bestätigt wird, das Beginndatum aber in der Zukunft liegt. Dann hat der Betreffende sich für einen Kassenwechsel entschieden, die Bindungsfrist bei der alten Kasse ist jedoch noch nicht abgelaufen. Auch in diesem Fall muss die Anmeldung storniert und mit der aktuell noch zutreffenden, bisherigen Kasse wiederholt werden.

Wichtig:

  • ilohngehalt entfernt den Eintrag für die zugeordnete Krankenkasse von gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten automatisch, wenn die Mitgliedschaft von der Einzugsstelle nicht bestätigt wird. Damit eine Lohnabrechnung möglich ist, muss stattdessen die korrekte Krankenkasse eingetragen werden. Die Storno und die neue Anmeldung der GKV-Mitgliedschaft erledigt ilohngehalt dann automatisch.
    Der Eintrag erfolgt in ilohngehalt unter -> Mitarbeiter -> Sozialversicherung im Feld „Krankenkassennr.“.
  • Die Mitgliedsbescheinigungen für Mitarbeiter, die sich bis dato angesammelt haben, müssen weiterhin als Nachweis aufbewahrt werden. Eine elektronische Bestätigung erfolgt nur bei neuen Beschäftigungen bzw. bei Kassenwechsel.

Wechsel der Krankenkasse bei Wechsel der Beschäftigung

Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer können ab 2021 bei jedem Wechsel der Beschäftigung ihre Krankenkasse wechseln. Das gilt unabhängig davon, wie lange sie in der aktuellen Kasse bereits versichert sind – in diesem Fall besteht keine Bindungsfrist.

Dieser Recht auf Wechsel der Krankenkasse gilt sowohl beim Wechsel der Arbeitgebers wie beim Wechsel des Versicherungsstatus. Beispiele für den Wechsel des Versicherungsstatus sind der Übergang von der gesetzlichen Pflichtversicherung in die freiwillige Mitgliedschaft, weil das Einkommen die Pflichtversicherungsgrenze überschreitet, ebenso der umgekehrte Fall oder auch der Wechsel von der Familienversicherung über den Ehepartner in eine eigene Versicherungspflicht.

Hinweis: Vereinfachtes Wechselverfahren

 Um von der alten zu einer neuen gesetzlichen Krankenkasse zu wechseln, müssen Beschäftigte sich bei einem Status- oder Arbeitgeberwechsel in Zukunft nicht mehr abmelden. Stattdessen genügt eine Anmeldung bei der neuen Kasse. Diese kümmert sich um die Formalitäten gegenüber der bisherigen Kasse und meldet die Veränderung digital auch an den Arbeitgeber.

Wird dagegen die Krankenkasse nach Ablauf der Bindungsfrist gewechselt, ohne dass Versicherungsstatus oder Arbeitgeber sich ändern, muss weiterhin eine Abmeldung erfolgen. Das Gleiche gilt beim Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung.

Schnellerer Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse

Ab dem kommenden Jahr gilt für gesetzlich Krankenversicherte außerdem generell eine kürzere Bindungsfrist. Gesetzliche Versicherte müssen dann nur noch mindestens 12 statt wie bisher 18 Monate bei einer bestimmten Kasse bleiben, bevor sie erneut wechseln können.

Anmerkung: Das bereits jetzt bestehende Sonderkündigungsrecht im Fall der Einführung oder Erhöhung des Zusatzbeitrags einer Kasse bleibt ebenfalls erhalten. Das ist relevant, weil bei einigen Kassen mit höheren Zusatzbeiträgen gerechnet wird. Die endgültige Entscheidung fällen viele Verwaltungsräte erst im Lauf des Dezembers.

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Versicherungen

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