02 Jan 2020

Simon Hengel

Freiberuflicher Autor

Steuerfreie betriebliche Gesundheitsförderung: Praxistipps

Ab 2020 können Arbeitgeber bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei für betriebliche Gesundheitsförderung ausgeben. Wie wäre es mit einem Yoga- oder Nichtraucher-Kurs fürs Team?

Bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter können Sie seit Jahresbeginn 2020 als Arbeitgeber zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) für Ihre Mitarbeiter ausgeben, ohne dass Lohnsteuer anfällt. Der Freibetrag für betriebliche Gesundheitsförderung ist um 100 Euro gestiegen.

Voraussetzung: Die Maßnahmen, die sie den Arbeitnehmern bezahlen, müssen zertifiziert sein. Außerdem darf es sich dabei nicht um eine Lohnumwandlung handeln.

„Betriebliche Gesundheitsförderung“ klingt zwar nach Bürokratie. Doch so können auch kleinere Unternehmen ohne großen Aufwand etwas für ihre Arbeitnehmer tun - ohne, dass das Finanzamt profitiert. Im Idealfall sinken die Fehlzeiten, die Mitarbeiter sind gesund im Büro, die Loyalität steigt.

Steuerfreie Maßnahmen: Was wird gefördert, was nicht?

Die Maßnahmen, die Sie dem Arbeitnehmer steuerfrei bezahlen, können aus den folgenden vier Kategorien stammen:

  • Bewegung
  • gesunde Ernährung
  • Stressbewältigung
  • Suchtprävention/Raucherentwöhnung

Typische Angebote sind beispielsweise: Qi-Gong und Tai-Chi, Kurse zur Gewichtsreduktion, autogenes Training, Muskelentspannung, Kochkurse oder Seminare zu gesunder Ernährung, Pilates, Rückentraining oder Nichtraucher-Programme. Online-Kurse sind ebenfalls förderfähig.

Der Abnehmkurs vom Diätprodukt-Hersteller ist dagegen genauso wenig steuerbefreit wie Massagen oder die Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitness-Studio.

Nur Maßnahmen mit Zertifizierung sind steuerfrei

Die Steuerbefreiung gilt nur, wenn es sich um zertifizierte Maßnahmen (gemäß § 20 SGB V) handelt. Vor der Buchung sollten Sie sich bestätigen lassen, dass der Kurs oder die Maßnahme eine solche Zertifizierung besitzt.

Oder sie nutzen von vornherein die Suchfunktion nach passenden Maßnahmen, die verschiedene Kassen bieten (etwa die Gesundheitskurs-Suche der TK).

Betriebliche Gesundheitsförderung muss eine freiwillige Leistung sein

Eine formale, aber wichtige Anforderung: die Übernahme der Kosten muss freiwillig erfolgen, d. h. zusätzlich zu dem Arbeitslohn oder Gehalt, die Sie dem Arbeitnehmer ohnehin bezahlen müssen, und nicht als Umwandlung von Barlohn.

Weitere Informationen?

In unserer Rubrik „Lohnabrechnung erklärt“ finden Sie ausführliche Infos zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

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Mitarbeiter Arbeitgeberleistungen

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